Wort zur Woche vom 23.08.2012 – Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt …
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt …
Viele verreisen. Manche bleiben. Wieder mal verreisen, ein Tapetenwechsel, das wäre schön.
Den Alltag, die täglichen Sorgen und Probleme hinter sich lassen, also los. Die Fahrt geht nach Norden.
An der Landesgrenze prangt ein riesengroßes Schild mit einer Krone oben drauf und auf dem Schild steht „Konigrig Danmark“. Irgendwie ist plötzlich alles leichter, einfacher, schöner. Die Autobahn ist gut ausgebaut, aber nur wenige fahren schneller als erlaubt, alle sind irgendwie ruhiger und gelassener. Dann, bei der ersten Pause hinter der Grenze doch ein Schreck: „Mann, haben die hier Preise. Wie, durch sieben Teilen und dann stimmt es wieder?“ Wir sind nicht mehr im Euro-Land, ein kleines Abenteuer. Eine fremde Währung, Geldscheine mit anderen Bildern als wir sie kennen und es gibt Münzen die haben ein Loch in der Mitte.
Je weiter wir fahren umso weniger Touristen sehen wir. Am Ziel angekommen sehen wir, dass nur wenige der Ferienhäuser bewohnt sind und dann auch fast nur durch Einheimische. Aber wir fühlen uns nicht fremd auch wenn die Nachbarn eine andere Sprache sprechen. Das merken wir besonders am Sonntag im Gottesdienst als wir gemeinsam mit den Dänen das Vaterunser beten, jeder in seiner Sprache.
Die Tage vergehen mit dem Erkunden der Orte und Sehenswürdigkeiten im Umkreis, mit langen Spaziergängen am Strand. Auf der einen Seite das rauschende Meer und auf der anderen Seite die Dünen und wenn der Abend kommt sieht man Sonnenuntergänge, die an Schönheit nicht zu übertreffen sind.
Ist dann die Nacht hereingebrochen tut sich über unserer etwas abgelegenen Ferienhaussiedlung ein atemberaubender Sternenhimmel auf, der wie ein Schirm alles überspannt. Es ist der Schirm des Höchsten und die Dunkelheit der Schatten des Allmächtigen wie es im Psalm 91 steht. Der Schirm des Höchsten und der Schatten des Allmächtigen, unter dem wir alle überall sitzen egal ob wir zuhause sind oder in fremden Ländern, Gott ist schon da.
Sabine Willi